Als Bernd Storck, der ehe­ma­lige Natio­nal­trainer Ungarns, Royal Excel Mou­scron nach der ver­gan­genen Saison ver­ließ, begab sich der bel­gi­sche Erst­li­gist auf Trai­ner­suche – und erin­nerte sich an ein Test­spiel an die Würz­burger Kickers. Deren dama­liger Coach: Bernd Hol­ler­bach. Ein paar Jahre nach diesem Test­spiel sitzt der 49-Jäh­rige in seinem Büro in der Rue du Stade in Mou­scron, einer 58.000-Einwohner-Stadt rund 100 Kilo­meter west­lich von Brüssel, gelegen an der fran­zö­si­schen Grenze.

Bernd Hol­ler­bach, was heißt Medi­zin­ball auf Fran­zö­sisch? 
(Lacht.) Das müsste ich in meinem Wör­ter­buch nach­schlagen. Bis­lang habe ich das Wort noch nicht gebraucht. 

Aber den Medi­zin­ball selbst?
Nur einmal bei einem Kraft­zirkel. 

Wie ist es gene­rell um Ihr Fran­zö­sisch bestellt?
Ich habe eine Leh­rerin enga­giert, aber es wird noch dauern, bis ich mich ver­nünftig ver­stän­digen kann. Bis dahin komme ich mit Eng­lisch durch, das ist hier kein Pro­blem. 

Wie sind Ihre ersten Ein­drücke von Mou­scron?
Ich habe mich von Anfang an extrem wohl­ge­fühlt. Die Men­schen sind sehr freund­lich, und die Gegend gefällt mir auch. Als ich zum ersten Mal durch die Stadt gefahren bin und die Häuser und die flache Grün­land­schaft gesehen habe, da hat mich das ein biss­chen an die Lüne­burger Heide erin­nert. 

Diese kennen Sie aus Ihrer Zeit beim Ham­burger SV, Ihrer vor­he­rigen Sta­tion – und Ihre zweite Heimat neben Würz­burg. Wie bli­cken Sie auf die Zeit beim HSV zurück?
Der Verein war in einer schwie­rigen Phase und hat Hilfe gebraucht. Da war für mich sofort klar: Ich helfe. Das war eine emo­tio­nale Ent­schei­dung, keine ratio­nale. Ich habe ja über acht Jahre lang selbst für den HSV gespielt. 

Bereuen Sie es im Nach­hinein, nicht rational gehan­delt und abge­sagt zu haben?
Nein. Ich bin dem Verein dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat, in der Bun­des­liga zu arbeiten. Ich drücke dem HSV nach wie vor die Daumen. Ich nehme den Ver­ant­wort­li­chen die Tren­nung jeden­falls nicht per­sön­lich übel. Sie haben nach dem Füh­rungs­wechsel ein­fach etwas anderes vor­ge­habt. 

Heri­bert Bruch­hagen musste als Vor­stands­vor­sit­zender gehen, Jens Todt als Sport­di­rektor. Die beiden hatten sie geholt, um den HSV vor dem Abstieg zu bewahren.
Zunächst mal musste ich aber eine Vor­be­rei­tung mit den Spie­lern durch­ziehen – mitten in der Saison. Das war ein Him­mel­fahrts­kom­mando. Ich glaube trotzdem, dass ich es hin­be­kommen hätte. Der Verein war damals aber nicht bereit, etwas zu ändern, obwohl es fünf, sechs Jahre lang schlecht gelaufen ist. 

Was wollten Sie ändern?
Ich möchte jetzt nicht nach­karten, des­halb nur so viel: Ich wollte alles etwas schlanker auf­stellen, damit die Wege kürzer und die Abläufe schneller werden.

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